Vorweihnachtszeit bislang ruhig
Auf den europäischen Schlachtschweinemärkten gibt es trotz des anziehenden Weihnachtsgeschäftes derzeit kaum Bewegung. Das saisonal große Angebot und der hohe Bedarf gleichen sich aus. Die Preise bleiben weitgehend unverändert, nur in Italien rutschen sie weiter ab.
Die Schlachtschweinemärkte in den wichtigsten Erzeugerländern der Europäischen Union treten trotz des Weihnachtsgeschäftes derzeit überwiegend auf der Stelle. Die Bedarfsspitze trifft auf die jährliche Angebotsspitze. Größere Preisbewegung gibt es nur in Italien, und zwar weiter Richtung Tal.
Hierzulande beließ die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis für Schlachtschweine am Mittwoch (27.11.) erneut bei 1,92 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht (SG). Das verfügbare Angebot reiche weiterhin aus, um die vorherrschende Nachfrage zu bedienen, so die VEZG. Die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) berichtete von voll ausgelasteten Kapazitäten der Schlachtunternehmen. Deutschlandweit sei der Markt ausgeglichen, trotz regional leichter Überhänge. Die AMI geht davon aus, dass die Nachfrage nach Schweinefleisch im Weihnachtsgeschäft in den kommenden Wochen steigt. Bislang reiche die Belebung für größere Preisanhebungen aber nicht aus.
Die Notierung des österreichischen Verbandes landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) entwickelte sich ebenfalls seitwärts, und zwar auf dem Niveau von 1,86 Euro/kg SG. In Österreich lägen das Angebot schlachtreifer Partien und die Nachfrage der Schlachtbranche gleichauf. Während der Bedarf der Verarbeitungsindustrie den Zerlegern Druck mache, gebe es im Frischfleischsektor Luft nach oben.
Mancher Kunde wartet ab
Das belgische Schlachtunternehmen Danis zahlte für Schlachtschweine zuletzt unverändert 1,340 Euro/kg Lebendgewicht (LG). Bei Danish Crown stabilisierte sich der Preis für 69,0kg bis 95,9kg schwere Schweine. In der 49. Kalenderwoche gibt der Konzern dafür umgerechnet 1,45 Euro/kg SG, nach umgerechnet 1,38 Euro/kg SG bis 1,45 Euro/kg SG in der Vorwoche. Das dänische Schlachtunternehmen macht derzeit eine Reihe von abwartenden Kunden aus, die ihre Bestellungen noch bis zu letzten Minute aufschieben. Sie könnten erfolgreich sein, weil es aktuell viele spanische und deutsche Produkte auf dem Markt gebe, erklärte Danish Crown.
Am Marché du Porc Français blieb der Schweinepreis bei 1,689 Euro/kg SG konstant. Und auch der spanische Schlachtschweinemarkt zeigte sich ruhig. An der Agrarbörse in Segovia bei Salamanca einigte man sich für Schweine mit mittlerem Fettgehalt am Donnerstag auf eine Notierung von 1,56 Euro/kg LG; das war ebenso viel wie in der Vorwoche.
Dagegen rutschten die Schweinepreise in Italien weiter ab. Für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 144 Kilogramm bis 152 Kilogramm wurde am Donnerstag ein Preis von 1,933 Euro/kg LG festgesetzt, nach 1,968 Euro/kg LG bis 1,982 Euro/kg LG in der Vorwoche. Vertragsschweine derselben Kategorie kosten jetzt 2,143 Euro/kg LG, nach zuvor 2,173 Euro/kg LG bis 2,187 Euro/kg LG.
Fast wie gehabt
Auf europäischer Ebene konnte sich der Durchschnittspreis nahezu halten. In der Woche zum 24. November wurden laut Angaben der EU-Kommission für Tiere der Handelsklasse E im Mittel der Mitgliedstaaten 192,18 Euro/100 kg SG gezahlt; das waren 0,24 Euro beziehungsweise 0,12 % weniger als in der Vorwoche. Das Vorjahresniveau wurde um 9,6% verfehlt.
Den mit 6,4% größten Preisaufschlag gab es in Slowenien. In Österreich ging die Notierung um 1,8% nach oben, in Finnland um 1,3%. Seitwärts entwickelte sich der Preis in den Niederlanden und Deutschland. Die mit 1,2% beziehungsweise 1,1% deutlichsten Preisabschläge wurden aus Ungarn, Rumänien und der Slowakei gemeldet. In Estland, Griechenland, Italien sowie Luxemburg und Malta erfolgte in der Berichtswoche keine Preisnotierung. AgE

